In der Beschaffungshölle gibt es keine Frischetheke

Heute ist Montag. Woche 3 mit dem Mann zu Hause ist angebrochen. Der Kühlschrank leert sich langsam und auch die Vorräte, die wir nie hatten, schrumpfen wieder zusammen. Das heißt also, bald müssen wir einkaufen. Und das ist etwas, das wir – im Gegensatz zu sonst – derzeit gar nicht gern tun.

Schon letzte Woche bin ich nur mit Handschuhen einkaufen gegangen und habe mich weltmeisterlich um unentschiedene Menschen vor der Kühltheke geschlängelt. Ich hab Menschen gesehen, die sich in die Hand husten und danach jede Tomate einzeln umdrehen und bedrücken. Eine Dame ließ ihren Kindern freien Lauf und die räumten ein paar Regale halb aus, niesten hierhin und dorthin und waren vergnügt. Wir kauften 4 Flaschen Wein und schrubbten uns die Hände.

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Milchreis diese Woche wieder vegan – mit Mandelmilch.

Diese Woche also sollte es eigentlich anders laufen, zumindest was den Selbstschutz angeht. Masken zu kaufen, ist ja utopisch, aber wozu habe ich eine Nähmaschine? Ein Schnittmuster fand sich schnell, auch etwas Garn noch aus dem Bestand der Oma. Statt frischer Stoffbahnen muss eben ein Shirt aus 100 % Baumwolle herhalten. Und dann? Ist die Maschine defekt. Toll. Der Reparateur kann sich nicht kümmern. Kein Laden hat offen. Ich bestelle also eine neue Nähmaschine und gleich noch Nadeln. Dann kurzer Wechsel des Onlineshops, es kommen doch noch 2 Stoffe dazu. Denn wenn ich auf das eine warte, kann ich auch auf das andere noch warten. Ich hätte auch gern lokale Geschäfte unterstützt (Lieferzeit 18-20 Tage), musste dann aber doch auf einen großen Händler umschwenken (1-3 Tage).

Es wird also nichts mit den Masken in dieser Woche für den Einkauf. Muss also ohne noch einmal gehen. Wahrscheinlich kaufen wir wieder Wein in großen Mengen und das Gemüse in Verpackung. Hätte ich vor einigen Wochen auch im Leben nicht getan. Überhaupt ist Einkaufen ja momentan wie Roulette. Mehl, Klopapier? Hauptgewinn! Toast, Milch, Haferflocken, Tomatensoße oder Kidneybohnen? Tagesgewinn! Als Trostpreis gibt es immerhin Apfelmus und Eier aus Freilandhaltung. Es könnte schlimmer sein.

Nachts träume ich von Misosuppe und Seidentofu.

1 Kommentar zu „In der Beschaffungshölle gibt es keine Frischetheke“

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