Outside is free – Wandertagebuch

Ich bin privilegiert. Nein, wir hier sind privilegiert. Zwar dürfen wir nur zu zweit raus in den Frühling, aber uns beschränkt niemand mit völlig willkürlich gewählten Umkreisbeschränkungen. Wir dürfen mit dem Rad weite Kreise ziehen – oder eben wandern. Im Gehen finde ich die Ruhe, die mir sonst fehlt. Jeder Kilometer trägt dazu bei, dass ich nachts schlafen kann, meine Arbeit besser erledige und weniger mit der Gesamtsituation hadere. Hier ist der Abriss der Kilometer.

Ein Wandertagebuch

Dienstag Morgen, 8 Uhr – Syburg-Runde in Dortmund. Niemand ist unterwegs und ich wandere abseits der Straßen zur Syburg – hier sind Wege, die ich noch nie gesehen habe. Teilweise treffe ich nicht mal Menschen mit Hunden. Oben dann Frühstück mit Kaiser Wilhelm und dann schnell zurück zum Mittagessen und an die Arbeit.

Strecke: 21,84 km, hügelig, schön, leer.

Dienstag Abend muss J. noch vor die Tür und will nicht allein, also gehe ich noch mit.

Strecke: 3,69 km, mein Block, wenig überraschend.

Donnerstag, 06:30 Uhr – mich sticht der Hafer, ich gehe laufen. Die Wahrheit ist, dass ich schlecht schlafe, der Ruhepuls spielt verrückt, alles ist aus der Bahn. Was hilft? 5k ballern um den Phönixsee, an dem jetzt auch noch Einbahnstraße herrscht.

Strecke: 5,08 km mit Sonnenaufgang am See, Gänse fauchen, ich schwitze.

Freitag, Karfreitag – Feiertag und damit auch Wandertag. Ich drehe eine Runde durch Schwerter Wald, Aplerbecker Wald und Schüren. Ab Kilometer 7 muss ich pinkeln. Es wird eine Speedwanderung. Überhaupt sind da plötzlich viele Menschen – voll doof. Ich flüchte nach Hause.

Samstagmorgen fallen wir schon wieder aus dem Bett. 06:45 Uhr, wieder Phönixsee, diesmal auch auf den Berg. Vor dem Supermarkt stehen die Menschen in langen Schlangen an, obwohl erst in einigen Minuten aufgemacht wird. Was ist denn los? Ach ja, gestern Feiertag, morgen und übermorgen ist ja nix offen, da muss man noch mal. Ich versteh das nicht so. Aber muss ich auch nicht.

Strecke: 19,34 km, Wald, Wald, Vögel, Menschen, Hunde, Menschen – ach, bloß nach Hause.

Strecke: 5,63 km, ein Hügel. Es ist arschkalt, ich krieg die Augen noch nicht auf. Aber die Brötchen sind warm.

Ostersonntag. Wir haben mal länger geschlafen und gehen dann noch los und machen eine Wanderung gar nicht weit weg. So viel Natur – wir sind völlig aus dem Häuschen, mampfen die geschmierten Brötchen und steigen auf einen Turm. Treffen immer wieder gleichen Menschen und Hunde, ärgern uns über Taschentücher im Wald.

Strecke: 15,79 km, steile Anstiege, aber auch wunderbare Bachlandschaft. Wir sind glücklich.

Wie lange wird das noch so weitergehen? Die Sehnsucht nach den Freunden und der Familie wird immer größer. Wir hatten einen Urlaub in Brandenburg gebucht für Juni und hoffen noch immer, dass es was wird.

PS: Leichter Neid, ich will auch eine Surri haben! 🙂

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